Zürcher Nachrichten - Abholzungsgesetz: EU-Parlament für Aufschub und rechte Mehrheit für Abschwächen

EUR -
AED 4.020023
AFN 78.061643
ALL 97.988848
AMD 428.178643
ANG 1.959327
AOA 1002.534098
ARS 1174.928673
AUD 1.813481
AWG 1.970044
AZN 1.864943
BAM 1.933582
BBD 2.201561
BDT 132.497549
BGN 1.95979
BHD 0.412567
BIF 3241.241991
BMD 1.094469
BND 1.457941
BOB 7.53596
BRL 6.376163
BSD 1.090303
BTN 93.021694
BWP 15.185186
BYN 3.568729
BYR 21451.594368
BZD 2.190194
CAD 1.555777
CDF 3144.410121
CHF 0.942759
CLF 0.027486
CLP 1054.773139
CNY 7.969432
CNH 7.979961
COP 4608.294981
CRC 551.511731
CUC 1.094469
CUP 29.003431
CVE 109.015357
CZK 25.240432
DJF 194.509479
DKK 7.462156
DOP 68.850013
DZD 146.214549
EGP 55.371276
ERN 16.417037
ETB 143.704366
FJD 2.533591
FKP 0.834732
GBP 0.848142
GEL 3.010217
GGP 0.834732
GHS 16.904002
GIP 0.834732
GMD 78.258755
GNF 9437.51595
GTQ 8.416521
GYD 228.164968
HKD 8.509662
HNL 27.895354
HRK 7.528748
HTG 142.667231
HUF 406.669152
IDR 18326.885086
ILS 4.096992
IMP 0.834732
INR 93.61142
IQD 1428.623686
IRR 46077.149512
ISK 144.897186
JEP 0.834732
JMD 171.946558
JOD 0.775874
JPY 161.16828
KES 141.460552
KGS 94.965775
KHR 4365.125017
KMF 493.062482
KPW 984.943513
KRW 1597.381799
KWD 0.336889
KYD 0.908783
KZT 552.931743
LAK 23620.162996
LBP 97708.800243
LKR 323.343513
LRD 218.082227
LSL 20.794878
LTL 3.231683
LVL 0.662034
LYD 5.273585
MAD 10.386613
MDL 19.269236
MGA 5055.798145
MKD 61.252603
MMK 2297.887485
MNT 3835.819422
MOP 8.730187
MRU 43.478497
MUR 48.890349
MVR 16.858916
MWK 1890.562094
MXN 22.386304
MYR 4.856202
MZN 69.947933
NAD 20.795818
NGN 1676.716129
NIO 40.128721
NOK 11.782994
NPR 148.825301
NZD 1.958557
OMR 0.42132
PAB 1.090648
PEN 4.007156
PGK 4.500059
PHP 62.806151
PKR 306.089067
PLN 4.268901
PYG 8741.202255
QAR 3.975331
RON 4.97754
RSD 117.146542
RUB 92.463326
RWF 1571.201707
SAR 4.10775
SBD 9.101968
SCR 15.721755
SDG 657.232718
SEK 10.970525
SGD 1.472641
SHP 0.860081
SLE 24.899578
SLL 22950.470986
SOS 623.103646
SRD 40.108466
STD 22653.300654
SVC 9.542613
SYP 14229.648987
SZL 20.798456
THB 37.770533
TJS 11.870305
TMT 3.830642
TND 3.339519
TOP 2.56336
TRY 41.573683
TTD 7.387319
TWD 36.347214
TZS 2944.122247
UAH 44.875324
UGX 3986.48504
USD 1.094469
UYU 46.131198
UZS 14090.098974
VES 76.78961
VND 28242.775136
VUV 135.283241
WST 3.090654
XAF 648.364845
XAG 0.037018
XAU 0.000362
XCD 2.957858
XDR 0.806358
XOF 648.405836
XPF 119.331742
YER 268.856732
ZAR 20.88532
ZMK 9851.539192
ZMW 30.22995
ZWL 352.418604
  • TecDAX

    -156.6600

    3318.31

    -4.72%

  • MDAX

    -1466.0800

    25408.54

    -5.77%

  • Euro STOXX 50

    -234.9700

    4878.31

    -4.82%

  • SDAX

    -721.8500

    14205.57

    -5.08%

  • DAX

    -1075.6700

    20641.72

    -5.21%

  • Goldpreis

    -80.3000

    3041.4

    -2.64%

  • EUR/USD

    -0.0093

    1.0959

    -0.85%

Anzeige Bild
Abholzungsgesetz: EU-Parlament für Aufschub und rechte Mehrheit für Abschwächen
Abholzungsgesetz: EU-Parlament für Aufschub und rechte Mehrheit für Abschwächen / Foto: Mauro PIMENTEL - AFP/Archiv

Abholzungsgesetz: EU-Parlament für Aufschub und rechte Mehrheit für Abschwächen

Im Streit um ein EU-Gesetz gegen Abholzung hat das Europaparlament für einen Aufschub gestimmt und ein Abschwächen der Regeln gefordert. Abgeordnete der Europäischen Volkspartei (EVP) um CDU und CSU und aus den Rechtsaußen-Fraktionen um die AfD stimmten am Donnerstag in Brüssel dafür, zahlreiche Länder weitgehend von den neuen Vorschriften auszunehmen. Damit muss ein Teil des Gesetzes nun neu ausgehandelt werden.

Anzeige Bild

Textgröße:

Die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten verbietet den Verkauf von Produkten, deren Anbaugebiete nach 2020 abgeholzt wurden, etwa der Regenwald in Brasilien. Neben Kaffee, Palmöl und Soja gilt dies auch für Kakao, Kautschuk und Rindfleisch. Die Unternehmen sollen die Einhaltung der Regeln mit Hilfe von satellitengestützten Ortsdaten sicherstellen.

Diese Regeln sollen nun um ein Jahr verschoben werden. Für große Unternehmen würden sie damit anstelle des bisherigen Stichtags zum Jahresende erst zum 30. Dezember des kommenden Jahres greifen, für kleine und mittlere Unternehmen soll der 30. Juni 2026 gelten. Einen solchen Aufschub hatten Wirtschaftszweige wie die Süßwarenindustrie und die Zeitungsverleger sowie mehrere EU-Mitgliedstaaten gefordert.

Eine knappe Mehrheit der EU-Abgeordneten sprach sich zudem dafür aus, zahlreiche Länder "ohne Risiko" für den Waldbestand weitgehend von den Vorschriften auszunehmen. Zu dieser Kategorie sollen Staaten zählen, in denen der Waldbestand seit 1990 nicht geschrumpft ist und landesweite Gesetze zum Waldschutz "streng umgesetzt" werden. Als weiteres Kriterium soll die Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens gelten.

Deutschland würde damit automatisch in die Kategorie "ohne Risiko" fallen. Auch nach den bisherigen Vorgaben wäre die Bundesrepublik wohl ein Land mit "niedrigem Risiko", die entsprechende Einstufung hatte die EU-Kommission allerdings nie veröffentlicht. Die CDU-Abgeordnete Christine Schneider erklärte, in seiner bisherigen Form würde das Gesetz die Unternehmen dennoch mit Nachweispflichten überfordern. "Ein Aufschub allein reicht nicht aus", sagte Schneider.

Abgeordnete von Grünen, Sozialdemokraten und Liberalen kritisierten die neuen Kriterien hingegen als zu lasch. "Mit der 'Null-Risiko-Kategorie' für Länder wie Finnland schafft die EVP gewaltige Lücken beim Umweltschutz", erklärte die Grünen-Abgeordnete Jutta Paulus nach der Abstimmung. Ihrer Einschätzung nach unterscheidet die EVP mit ihren Änderungen beim Waldbestand nicht zwischen "wertvollen Urwäldern" und industriellen Holzplantagen. Sie sprach deshalb von einem "Geschenk an die Holzindustrie".

Die von der EVP vorgeschlagenen Änderungen kamen im Parlament auf eine knappe Mehrheit mit teils nur drei Stimmen Unterschied, entscheidend war damit auch die Zustimmung der AfD-Abgeordneten in Brüssel. "Ich arbeite bei der Einreichung von Änderungsanträgen nicht mit den Rechtsaußen-Gruppen zusammen", sagte Schneider. "Aber sie haben die Änderungsanträge unterstützt, weil sie der Meinung waren, dass sie in die richtige Richtung gehen."

Während der Abstimmung wurde heftiger Protest aus dem Mitte-Links-Lager laut, weil zudem die digitalen Abstimmungsgeräte einiger Abgeordneten nicht funktionierten. Das Parlament teilte im Anschluss mit, die Abstimmungen würden überprüft. Eine Änderung der Ergebnisse im Falle von Unstimmigkeiten ist im Nachhinein demnach allerdings nicht möglich.

Über den Vorschlag muss das Parlament nun mit den Mitgliedstaaten neu verhandeln. Ob es dafür eine Mehrheit unter den 27 EU-Ländern gibt, ist unklar. Der Zeitrahmen für die Verhandlungen ist knapp: Bis Weihnachten müsste ein Kompromiss stehen, bevor die Regeln im Falle eines Scheiterns zum Jahresende greifen. Ansonsten droht eine rechtliche Grauzone für die Unternehmen.

M.J.Baumann--NZN

Anzeige Bild